Die Geschichte des Benzinkanisters 

Quelle Wikipedia.

Bis zur Entwicklung des Einheitskanisters waren handliche Dreiecks-Kraftstoffbehälter aus geprägtem Blech mit Füllmengen zwischen 2,5 und 20 Litern im zivilen sowie im militärischen Gebrauch üblich.

 

 

Behälter für 20 Liter Kraftstoff: links ältere Bauart; rechts Wehrmacht-Einheitskanister von 1941 (Hersteller: Nirona)

Der Wehrmacht-Einheitskanister besteht ebenfalls aus geprägtem Blech und wurde nach einer Ausschreibung 1935/36 von der Firma Eisenwerk Müller & Co. AG in Schwelm, Westfalen, unter Leitung von Vinzenz Grünvogel, entwickelt. 1936 gelangte eine Serie von 5.000 Stück zwecks Erprobung zur Truppe. Mit der Allgemeinen Heeresmitteilung (AHM) Nr. 324 vom 8. Juli 1937 erfolgte die offizielle Einführung.

Im Jahre 1937 erhielt er seine endgültige Form von der Firma Ambi-Budd (ABP, Ambi-Budd Presswerk Berlin). Schon im Zweiten Weltkrieg verwendeten die Schweiz und Italien ebenfalls diese Einheitskanister. Auch für die britische Armee ließ das britische War Department (United Kingdom) baugleiche Kanister einführen. Mit der Landung der Alliierten im Juli 1944 gelangten riesige Mengen dieser Kanister auf das europäische Festland. 

Das ursprüngliche Modell besass auf beiden Seiten eine einfache, kreuzförmige Prägung zur Verstärkung des Bleches und wurde bis etwa 1941 gefertigt. Das Modell mit verbessertem Profil wurde für Wehrmacht und Waffen-SS von 1939 bis 1945 von 19 Herstellern in großen Mengen produziert. Ab 1940 gab es auch einen Einheitsbehälter für 20 l Wasser.

Der Einheitskanister gestattete eine Betankung der Fahrzeuge ohne die zusätzliche Verwendung von Werkzeug oder Trichter.

 

Neben Angaben zum Hersteller des jeweiligen Kanisters tragen die Einheitskanister folgende Einprägungen:

  • Kraftstoff 20 l oder Wasser 20 l
  • Feuergefährlich (nur bei Kraftstoff)
  • Herstellungsjahr
  • Hersteller
  • dessen deutsches Fertigungskennzeichen (Beispiel: rhs für Rheinmetall-Borsig AG, Sömmerda)
  • Eigner (z. B. Heer, Wehrmacht, SS)

Die britischen Kanister erhielten als Kennung das Kürzel W↑D (für das britische War Department, mit dem sogenannten Broad arrow), sie werden umgangssprachlich Jerrycan genannt. Obwohl die Briten diese Kanister an die USA weitergaben, produzierte man dort andere Kraftstoffbehälter.

 

In der ehemaligen DDR hergestellte Einheitskanister tragen ein Kennzeichen TGL.

Die bei Sammlern und in Oldtimer-Kreisen beliebten, originalen Wehrmacht-Einheitskanister sind heute gelegentlich noch erhältlich und teilweise in Gebrauch. In Hinsicht auf die erzielten Verkaufspreise werden Nachbauten als Originale angeboten und auch regelrechte Fälschungen angefertigt.